SCynergy 2026: KI, Quanten und Supercomputing in Aktion
700+ Teilnehmer und 80 Referenten kamen auf der SCynergy 2026 in Luxemburg zusammen, um KI, Quanten, Supercomputing und Europas Deep-Tech-Zukunft zu erkunden.
Die SCynergy 2026, die am 14. und 15. April in der Handelskammer Luxemburg stattfand, brachte mehr als 700 Teilnehmer und über 80 Redner aus Wissenschaft, Industrie und Regierung zusammen. Die voll ausgebuchte Konferenz bestätigte Luxemburgs Position als Treffpunkt, an dem herausragende Köpfe aus Künstlicher Intelligenz, Quantentechnologien und Hochleistungsrechnen zusammenkommen, um reale Auswirkungen zu erzielen.
Zur Eröffnung der Veranstaltung setzte Professorin Djamila Aouada vom Interdisziplinären Zentrum für Sicherheit, Zuverlässigkeit und Vertrauen an der Universität Luxemburg einen klaren Ton. "Kein Modell, egal wie leistungsfähig, übertrifft das dahinterstehende Team", sagte sie und betonte, dass menschliche Expertise und Werte im Mittelpunkt bleiben, während KI sich beschleunigt. Ihre abschließende Frage: "Werden wir KI formen oder von ihr geprägt werden?", hallte die beiden Tage durch.
Digitale Souveränität und Vertrauen: Luxemburgs KI-Prioritäten
In seiner Hauptrede stellte Luc Frieden, Premierminister von Luxemburg, die Ambitionen des Landes in Bezug auf digitale Souveränität auf Basis von Daten, künstlicher Intelligenz und Quantentechnologien dar und verknüpfte Wettbewerbsfähigkeit mit Zusammenarbeit und Tempo.
"Die Zukunft wird nicht den größten Akteuren gehören, sondern den schnellsten Akteuren, und ich möchte, dass Luxemburg einer der schnellsten Umzugsunternehmen wird." Luc Frieden
Redner betonten wiederholt, dass Geschwindigkeit Hand in Hand mit Vertrauen gehen muss. Diskussionen über Cybersicherheit, Finanzen und Weltraumdaten haben hervorgehoben, dass transparente, kontrollierbare und zuverlässige Systeme für eine großflächige Einführung unerlässlich sind. Isabelle Galy, Vizepräsidentin von ClusterIA, warnte angesichts der digitalen Souveränität aus menschlicher Perspektive, dass Risiken oft innerhalb von Organisationen beginnen. "Wir delegieren viele Aufgaben an KI und das Urteil könnte aus unserer eigenen Entscheidungsfindung abrutschen", bemerkte sie und forderte ein stärkeres Bewusstsein und eine stärkere Steuerung rund um den alltäglichen KI-Einsatz in Unternehmen.
Luxemburg als Europas Zentrum für KI, Quantencomputing und Supercomputing
Das Programm von SCynergy spiegelte ein gemeinsames Verständnis wider, dass KI, Quantencomputing und Supercomputing nicht mehr isoliert weiterentwickeln. In Keynotes, Panels und den vollgepackten Praxissitzungen mit Luxemburgs Supercomputer MeluXina erkundeten die Teilnehmer, wie deren kombinierte Nutzung bereits Cybersicherheit, grüne Wirtschaft, Healthtech, Finanzen, Raumfahrt und das Startup-Ökosystem transformiert.
Quantentechnologien spielten eine prominente Rolle, wobei Fanny Bouton ein oft als fern angesehenes Feld entmystifizierte. Sie erinnerte das Publikum daran, dass das Quantenzeitalter nichts ist, worauf man warten sollte, sondern etwas, das man aufbauen muss, und ermutigte Organisationen, erste Schritte zu unternehmen, während Luxemburg seine Nationale Quantenstrategie voranschreitet und MeluXina-Q in seine Supercomputing-Infrastruktur integriert.
Zur Eröffnung des zweiten Tages betonte Stéphanie Obertin, Ministerin für Digitalisierung, dass Infrastruktur und fortschrittliche Technologien nur dann Mehrwert bieten, wenn sie in der Praxis eingesetzt werden. "Wichtig ist jetzt, Zusammenarbeit in messbare Wirkung für Unternehmen, öffentliche Verwaltungen und die Gesellschaft umzuwandeln", sagte sie. Ihre Botschaft unterstrich ein wiederkehrendes Thema der Konferenz, das sich von der Vision zur Umsetzung über verschiedene Sektoren hinweg bewegte.
Von Deeptech-Infrastruktur bis hin zu realen Auswirkungen
Sitzungen aus verschiedenen Branchen und Start-ups zeigten, wie fortschrittliche Infrastruktur in die Praxis umgesetzt wird – von KI-gestützter Finanzaufsicht über Energiesystemoptimierung bis hin zur industriellen Effizienz. Die menschliche Dimension blieb zentral. Der Neurowissenschaftler Sébastien Bohler verlagerte den Fokus von der Technologie hin zum Verhalten. "Die größte Herausforderung der Innovation liegt nicht in unseren Laboren, sondern in unseren Köpfen", sagte er und verwies auf kognitive Gewohnheiten, die die Transformation verlangsamen.
Ein Cybersicherheits-Fireside-Chat brachte eine generationenübergreifende Perspektive, bei der Professor Vincent Lenders von der Universität Luxemburg mit der Studentin Polina Tapal zusammenkam. Im Rückblick auf das Lernen im Zeitalter der KI stellte Frau Tapal fest, dass "KI ein sehr gutes Lernwerkzeug ist, aber auch eine sehr gute Möglichkeit, Lernen ganz zu vermeiden", und unterstrich damit die Notwendigkeit, Fähigkeiten, kritisches Denken und Verantwortung im Mittelpunkt zu stellen.
Die Konferenz endete mit einer Keynote von Dr. Lilit Axner vom EuroHPC Joint Undertaking, die die breitere europäische Ambition erfasste. Sie rief dazu auf, "europäische Innovation zu fördern, die europäische Souveränität zu sichern und die Nachhaltigkeit in Europa zu unterstützen", und forderte die Teilnehmer auf, zwei Tage des Austauschs durch die Luxemburger KI-Fabriken und europäische Supercomputer in konkrete Projekte umzuwandeln.
SCynergy 2026 zeigte, dass Europas Deep-Tech-Zukunft von mehr als nur der Technologie abhängt. Durch die Kombination von Infrastruktur, Talent und Vertrauen positioniert sich Luxemburg weiterhin als ein Ort, an dem Ideen schnell in die Tat umgesetzt werden. Weitere Eindrücke von der Veranstaltung finden Sie in der Fotogalerie.